Beratung - Weiterbildung - Information für Interessenvertretungen

Das Projekt „Arbeit 2020“ im Betrieb

Gemeinsam Zukunft gewinnen

„Industrie 4.0“ und „Digitalisierung“ kennzeichnen die aktuelle technologische Debatte in den Verbänden und Unternehmen. Wie die zukünftige Gestaltung der Arbeit aussieht, ist dabei offen. In dem NRW-Projekt „Arbeit 2020“ gehen die Gewerkschaften dieses Thema nun systematisch an.

Für einen Betriebsrat stellen sich unter der Überschrift „Industrie 4.0“ sehr grundsätzliche Fragen:

  • Ist Industrie 4.0 ein Thema in unserem Unternehmen?
  • Ist eine Strategie der Unternehmensleitung erkennbar?
  • Worin besteht unsere eigene Orientierung dabei?

Dabei verlangt die Formulierung von der „eigenen Orientierung des Betriebsrates“ nach Antworten auf die folgenden Fragen:

  • Was ist unser Zukunftsbild vom Unternehmen und der Arbeit im Unternehmen?
  • Welche Themen wollen wir bearbeiten, um dies zu verwirklichen?
  • Wie können unsere Themen beschäftigtenorientiert bearbeitet werden?

Die Beantwortung dieser Fragen ist sehr bedeutsam. Denn nur wer sich ein Bild von der Zukunft macht, hat auch konkrete Gestaltungs­vorstellungen. Deshalb stellen sich die Gewerkschaften IG Metall, NGG, IG BCE und der DGB NRW im Rahmen des Projekts „Arbeit 2020“ die Frage: „Was wollen wir als Arbeit 4.0?“ und erarbeiten dieses gemeinsam mit Betrieben in verschiedenen Branchen. Hierbei sollen Erfahrungen gesammelt werden, die dann in allen Unter­nehmen genutzt werden können. Das Projekt ist durch fünf Meilen­steine gekennzeichnet:

  • In der Bestandsaufnahme wird der Stand der Durchdringung des Betriebes mit IT-Vernetzung und automatisierten Steuerungsentscheidungen ermittelt.
  • Diese Informationen werden in einer Betriebslandkarte zusammengetragen und in Bezug auf die Arbeitsbedingungen bewertet. Dies geschieht in Workshops mit den Beschäftigten und wird für die einzelnen Betriebsbereiche durchgeführt.

Die Bewertung erfolgt in Bezug auf:   

  • Beschäftigung,  
  • Qualifikation und Arbeitsinhalte und   
  • Arbeitsbelastungen.   

Der Betriebsrat erhält so ein Bild von den Themen, die mit fortschreitender technologischer Entwicklung im Unternehmen für die zukünftigen Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen relevant sind.

  • Durch die Bildung verschiedener Szenarien werden mögliche zukünftige Entwicklungen zu diesen Themen beleuchtet und die Gestaltungsbedarfe aus Beschäftigtensicht bestimmt.
  • Im Handlungsplan des Betriebsrates werden die Gestaltungsziele des Betriebsrates und das strategische Vorgehen formuliert.
  • Mit der Geschäftsleitung wird parallel zu der Bearbeitung der fünf Meilensteine der Dialog geführt, ob und wie Interessenvertretung und Geschäftsleitung gemeinsam an den Zukunftsthemen arbeiten können und wie dies in einer Zukunftsvereinbarung formuliert werden kann.

Es ist diese systematische Vorgehensweise, mit der sich die Inte­ressenvertretung handlungsorientiert auf unterschiedliche Szenarien vorbereiten kann. "Arbeit 4.0 fair gestalten" lautet also das Motto des Projekts „Arbeit 2020“.

Sie wünschen mehr Informationen zum Thema? Melden sie sich einfach in der nächsten TBS-Regionalstelle oder nutzen sie unser Kontaktformular.

Das Projekt „Arbeit 2020“ in der Praxis:

Ansprechpartner/in

Jens Göcking

Jens Göcking

Regionalstelle Dortmund
Tel.: 0231 / 24 96 98 – 36
Mobil: 0173 / 209 77 58
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TBS Basis Check Industrie 4.0:  Wo stehen wir in unserem Betrieb?
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 „Arbeit 4.0 fair gestalten" - Die Betriebslandkarte im Rahmen des Projektes "Arbeit 2020" in NRW“
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Seminare

Industrie 4.0: Wo steht unser Betrieb?
28. - 29.06.2017

Arbeitsorganisation 4.0, "teilsouveräne" Teamarbeit?
11.07.2017