Beratung - Weiterbildung - Information für Interessenvertretungen

Externe Sachverständige

Wie Betriebsräte Unterstützung bekommen

Betriebsräte sollen alles wissen, alles können. Von A wie Arbeitsschutz bis Z wie Zulagen. Und das alles bei einem ständigen Wandel der Arbeitswelt, der Technologien und der rechtlichen Rahmenbedingungen. Wie soll das gehen? Die Antwort ist einfach: Durch externen Sachverstand.

Fehlt es einem Unternehmen im eigenen Haus an speziellen Fachkenntnissen und Erfahrungswissen, dann holt es Hilfe von außen. Für Betriebsräte ist das eigentlich nicht anders. Das Betriebsverfassungsgesetz bietet ausdrücklich die Möglichkeit, zur eigenen Unterstützung Sachverständige von außen hinzuzuziehen.

Von der Unternehmensseite wird die externe Beratung des Betriebsrates gelegentlich als unnötig dargestellt. Dabei ist es für den Erfolg betrieblicher Veränderungsprozesse elementar, dass der Betriebsrat sich sachgerecht einbringen kann. Die Erfahrungen zeigen, dass betriebliche Veränderungen und Investitionen nur dann nachhaltig zum Erfolg führen, wenn die Betriebsräte auf Augenhöhe mitwirken. Dafür sind fundierte Kenntnisse und hoher Sachverstand die Grundvoraussetzung. Eine externe Beratung des Betriebsrates kann also eine wichtige Unterstützung für eine zukunftsorientierte Unternehmenspolitik sein.

Einwände des Arbeitgebers sachlich kontern

Das sollte man berücksichtigen, falls die Unternehmensseite dem Betriebsrat keine externen Sachverständigen zugestehen will. Manchmal wird nämlich sehr pauschal auf unnötige Kosten für die Beratung des Betriebsrates verwiesen, die man doch einsparen könne. Dagegen zu rechnen sind aber die Nachteile, die daraus entstehen können, keine ausreichende Beratung hinzugezogen zu haben.

Manchmal verweist die Unternehmensseite auch auf allgemeine Verschwiegenheitssorgen, wenn der Betriebsrat Beratung von außen hinzuziehen möchte. Dem lässt sich entgegenhalten, dass externe Sachverständige zur Einhaltung strenger gesetzlicher Verschwie­genheitsauflagen verpflichtet sind. Für professionelle Beraterinnen und Berater ist das die Berufsgrundlage. Der Betriebs­rat sollte also hinterfragen, ob es manchen Arbeitgeber­vertretern nicht eher darum geht, die externe Unterstützung des Betriebsrats abzuwenden.

Je früher externer Sachverstand, desto besser

Es gibt aber auch Arbeitnehmervertretungen, die von sich aus lange zögern, bevor sie externe Sachverständige zurate ziehen. Unter­stüt­zung wird dann womöglich erst an einem Punkt eingeholt, an dem die Situation schon recht verfahren und schwer zu lösen ist.

Deshalb sollte der Betriebsrat keine Zeit verlieren, sich an externe Sachverständige zu wenden, wenn komplexe Sachverhalte beurteilt werden müssen oder in wichtigen Fragen keine Fortschritte erzielt werden können. Ansprechpartner in dieser Situation sind die Ge­werkschaft und die TBS. Sie helfen in jedem Fall bei der Ein­schät­zung, was eine externe Beratung leisten kann und wer dafür infrage kommt.

Für einen systematischen Überblick und Einblick in die Mög­lichkeiten der Beratungsunterstützung für Betriebsräte haben wir eine neue Broschüre erstellt. Sie erläutert das Verfahren zur Hin­zuziehung von Sachverständigen, klärt typische Fragen und gibt prak­tische Tipps.

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Ansprechpartner/in

Dr. Christoph Grüninger

Dr. Christoph Grüninger

Regionalstelle Bielefeld
Tel.: 0521 / 966 35 - 11
Mobil: 0173 / 209 77 65
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„Gut beraten!“ Externe Sachverständige für den Betriebsrat

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