Beratung - Weiterbildung - Information für Interessenvertretungen

Gefährdungen am Arbeitsplatz reduzieren mit der DGUV Vorschrift 2

Wie kann die Interessenvertretung bei der Umsetzung mitwirken?

Die DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) Vorschrift 2 konkretisiert die Aufgabenfelder für den Arbeitsschutz und nimmt die Akteure stärker in die Verantwortung. Ein wichtiges Thema ist die Gefähr­dungsbeurteilung. Wie kann die Interessen­ver­tretung dieses Vorhaben mit den Akteuren voranbringen?

Noch nie hat der Arbeits- und Gesundheitsschutz einen so hohen Stellenwert eingenommen wie heute. Umso notwendiger ist es, dass der Präventionsgedanke und die Handlungspflicht des Arbeitgebers im Rahmen der Arbeitsschutzgesetzgebung umfassend und nachhaltig greifen.

Angelehnt an das Arbeitsschutzgesetz unterscheidet die DGUV Vorschrift 2 zwischen einer Grundbetreuung, die auf Basis­auf­gaben beschränkt ist, und einer betriebsspezifischen Betreu­ung. Die Grundbetreuung wird grundsätzlich von der zuständigen Berufsgenossenschaft ermittelt. Die Berechnung erfolgt hierbei nach einem Punkteverfahren abhängig von Gefährdungen und Unfallzahlen. Der betriebsspezifische Betreuungsbedarf ist in einem Verfahren zu ermitteln, das besondere Aufgabenfelder be­rücksichtigt und aus den Anlagen der Vorschrift entnommen werden kann. Die Vorschrift gilt gleichermaßen für alle versicherten Betriebe einschließlich des öffentlichen Sektors.

Psychische und körperliche Belastungen am Arbeitsplatz angehen
Das Aufgabenfeld 1 der Grundbetreuung umfasst die Unter­stüt­zung bei der Gefährdungsbeurteilung körperlicher und psychischer Belastungen. Der arbeitsmedizinische Dienst und die Fach­kraft für Arbeitssicherheit haben die Aufgabe, den Arbeit­geber, die Führungskräfte oder externe Berater bei der Gefähr­dungs­beurteilung zu beraten. Hierbei ermitteln sie z.B. durch Begehun­gen, Überprüfungen und Untersuchungen Gefähr­dungspoten­ziale. Zudem unterbreiten sie auch konkrete Vor­schläge zum methodischen Vorgehen und legen die aus der Beurteilung abgeleiteten Arbeitsschutzmaßnahmen fest.

Wie kann die Interessenvertretung bei der Umsetzung der Auf­gaben­felder mitwirken?
Mit Blick auf § 87 Abs. 1, Nr. 7 BetrVG und § 72 Abs. 4, Nr. 7 LPVG ist die Umsetzung der Vorschrift mitbestimmungspflichtig. Dadurch hat die Interessenvertretung die Chance, den Arbeits- und Gesundheitsschutz qualitativ deutlich zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, sollte die Interessenvertretung folgende Maßnahmen ergreifen:
Die vorgesehene Mitbestimmung aus der Vorschrift 2 einfordern.
Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Arbeits­schutzakteuren fördern und pflegen.

  • Gemeinsame Arbeitsplatzbegehungen durchführen und Schwerpunktthemen der Betreuung festlegen.
  • Gespräche mit dem arbeitsmedizinischen Dienst, der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Sicherheitsbeauftragten suchen.
  • Die Arbeitsschutzakteure zu Gremiumssitzungen einladen und  Gefährdungssituationen aus Sicht der Interessenvertretung besprechen.
  • Einen gemeinsamen Maßnahmenplan erstellen.

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Ansprechpartner/in

Diana Reiter

Diana Reiter

Regionalstelle Dortmund
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Seminar

DGUV 2: Konkrete Handlungsmöglichkeiten im Arbeits- und Gesundheitsschutz
16.02.2016