Beratung - Weiterbildung - Information für Interessenvertretungen

Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen verhindern

Handlungsansätze für Interessenvertretungen

Arbeitgeber setzen Werkverträge mit den Argumenten ein, den Personaleinsatz zu flexibilisieren, sich auf das Kerngeschäft zu fokussieren oder die Kosten zu senken. Doch wie stellt sich die betriebliche Interessenvertretung zu diesem Thema auf? Eine Umfrage sollte diese Frage klären.

Mit der Befragung sollten Informationen gewonnen werden, um passgenaue Angebote für die Interessenvertretungen zu entwickeln und den Missbrauch von Werkverträgen einzudämmen. Die Um­fra­ge erfolgte von Juni bis August 2016 und 135 Betriebe haben an der Umfrage teilgenommen.

Wie entwickelt sich der Einsatz von Fremdfirmen bei den TBS-Kunden?
Bei den 135 Betrieben sind durchschnittlich 10% der Belegschaft Fremdfirmenbeschäftigte. Hierbei überwiegt der Anteil eingesetzter Leiharbeitskräfte gegenüber dem Anteil der Werkvertrags­beschäftigten. Bei nahezu der Hälfte der Unternehmen werden Werkverträge eingesetzt. Interessant ist, dass eher Stamm­be­schäftigte als Leiharbeitskräfte durch Werkverträge ersetzt werden. In der Zukunft rechnet knapp ein Drittel der Befragten mit einer Zunahme von Werkverträgen.

Werkverträge: Wo eingesetzt, wie eingeschätzt?
Eine Zuordnung der Werkverträge zu den Unternehmensbereichen hat ergeben, dass über 65% der Befragten in dem Bereich Dienstleistung Werkverträge einsetzten, gefolgt von den Bereichen Produktion und Instandhaltung, selbst wenn es sich hierbei um Kernbereiche des Unternehmens handelt. Der Einsatz erfolgt meist dauerhaft und auf dem Betriebsgelände – Crowdworking spielt eine sehr geringe bis keine Rolle. Die Einschätzung, ob der Einsatz als kritisch oder unkritisch zu bewerten sei, tendiert zu einer kritischen Bewertung.

Die betriebliche Interessenvertretung und die Werkvertragsbeschäftigten
Über zwei Drittel der 135 Gremien haben Kontakt zu den Werkvertragsbeschäftigten. Zu beachten ist jedoch, dass noch durchschnittlich 13% unbekannte Vertragsverhältnisse in den Be­trie­ben vorhanden sind. Zudem: Nur 14% der Unternehmen verfügen über Regelungen zum Einsatz von Werkverträgen, obwohl bis zu 72% der Befragten ihren Einsatz als kritisch bewerten. Dies erklärt, warum bei der Ab­frage des Unterstützungsbedarfs Be­triebs­vereinbarungen den höchsten Wert von 69% aufweisen. Doch auch bei der Aus­schöp­fung der rechtlichen Möglichkeiten und der Abgrenzung von Leih­arbeit und Werkvertrag werden Informationen benötigt.

Kostenfreies Schulungsangebot für betriebliche Interessenvertretungen
Auf Grundlage dieser Informationen hat das Projekt „Service-Hotline Zeitarbeit und Werkvertrag“ ein dreistündiges Schulungs­angebot entwickelt, das den festgestellten Unterstützungsbedarf aufgreift. Vor Ort im Betrieb oder in unseren Räumen schulen wir Gremien im Umgang mit Werkverträgen, um dem Ziel, prekäre Beschäftigung einzudämmen, ein bisschen näher zu kommen.

Weitere Informationen zum Schulungsangebot

Aus der Praxis

Jürgen Szalies, Mitglied des Betriebsrates der Hüttenwerke Krupp Mannesmann in Duisburg, zum Thema Leiharbeit und Werkverträge

Werkverträge:

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Katja Köhler

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