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Unternehmenssiegel "DEMOGRAFIE AKTIV"

Neun Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen wurde in Düsseldorf das Unternehmenssiegel „DEMOGRAFIE AKTIV“ durch das Arbeitsministerium NRW, den DGB NRW und unternehmer nrw verliehen

Im Gespräch mit WDR-Moderatorin Steffi Neu erläutern Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes NRW, Dr. Wilhelm Schäffer, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales, und Horst-Werner Maier-Hunke, Präsident der Landesver­einigung der Unter­neh­mens­verbände NRW, die Ziele und Angebote der Initiative DEMOGRAFIE AKTIV (Bild von links nach rechts).

 

Steffi Neu: Wie kommt es, dass Sozialpartner und Landes­regierung gemeinsam eine Initiative zum demografischen Wandel starten?

Dr. Wilhelm Schäffer: Wir im Arbeitsministerium haben den Auftrag, uns um gute und faire Arbeitsplätze in den NRW-Unternehmen zu kümmern. Ein wichtiger Teil davon ist die Bewältigung des demografischen Wandels. Dazu wollen wir politisch einen Beitrag leisten.

Andreas Meyer-Lauber: Das Gute an der Initiative ist, dass wir es wirklich zu dritt machen und die Initiative davon lebt, dass jeder der drei Träger Verantwortung übernimmt. Das zeigt: Sozial­partner und Landesregierung in NRW können Kooperation! Horst-Werner Maier-Hunke: Der demografische Wandel betrifft uns alle und damit auch die Unternehmen. Daher waren wir von Anbeginn bei der Initiative dabei. Noch nicht alle Mittelständler haben das Problem Demografie ausreichend wahrgenommen. Das ist für uns ein Signal, dass wir etwas unternehmen müssen.

Steffi Neu: Wie wollen Sie die Unternehmen überzeugen DEMOGRAFIE A K T I V zu werden?

Horst-Werner Maier-Hunke: Da ich selbst Unternehmer bin, arbeite ich selbst daran, das Beste aus dem demografischen Wandel zu machen. Dabei kommen Lösungen für Jung und Alt heraus. Wir haben jetzt eine KiTa, die hilft jungen Eltern früh wieder ins Arbeitsleben einzutreten. Jetzt gibt es mehr Schwan­gerschaften, aber auch das ist gut für den demografischen Wandel. Ein anderes Angebot ist Physiotherapie, keine Wohl­fühlmassage, sondern Hilfe zur Selbsthilfe. Das machen z. B. alle 60 Mitarbeiter unseres Logistik­zentrums. Eine aktive Gesund­heitsförderung hilft uns eine relativ niedrige Krankheitsquote zu halten.

Dr. Wilhelm Schäffer: Lange Zeit war Demografie Thema vieler Sonntagsreden. Das fand immer viel Zustimmung, aber schon am Montag wurde gesagt „das kommt zwar, aber nicht so früh und nicht bei mir“. Diese Erfahrung ist für uns der Antrieb, das Thema zusammen mit den Sozialpartnern anzugehen, denn die kommen tagtäglich in die Betriebe hinein. Darüber hinaus war unser Ziel, Beratungsangebote zu entwickeln, die betriebliche Prozesse zum demografischen Wandel anstoßen. Mit den ausgezeichneten Unter­nehmen sehen wir hier ein sehr gutes Zwischenergebnis.

Andreas Meyer-Lauber: Für die Gewerkschaften geht es im Kern darum „Gute Arbeit“ durchzusetzen. In den Tarifrunden bedeutet das auch mal in den Konflikt zu gehen. Aber im Alltag ist vieles gemeinsam zu regeln. Ein gutes Betriebsklima z. B. lohnt sich für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wie für die Arbeitgeberseite. Um diese Verbesserungsmöglichkeiten auszunutzen sind Initiativen wie DEMOGRAFIE A K T I V notwendig. So etwas wie Wert­schät­zung am Arbeitsplatz können wir nicht im Tarifvertrag regeln, da brauchen wir die Gestaltung vor Ort.

DEMOGRAFIE A K T I V hat aus meiner Sicht den Vorteil, dass man über das Heute hinausblickt und klärt "Was kommt in drei Jahren, in fünf Jahren auf uns zu?", um dann rechtzeitig was zu unternehmen, zum Beispiel Wissen zwischen den Beschäftigten weiterzugeben.

Horst-Werner Maier-Hunke: Wir wissen beim demografischen Wandel passt nicht jedes Mittel für jedes Unternehmen. Daher ist es gut, dass DEMOGRAFIE A K T I V dabei hilft, den eigenen Weg zu finden. Dennoch gibt es oft eine Hemmschwelle. Daher müssen wir weiter daran arbeiten das Problembewusstsein zu schärfen.

DEMOGRAFIE A K T I V - Kurzinfo

DEMOGRAFIE A K T I V ist eine Initiative des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales, der Landesvereinigung der Unter­nehmens­verbände NRW und des Deutschen Gewerkschaftsbundes NRW und hat das Ziel, Unternehmen in NRW bei der betrieblichen Gestaltung des demografischen Wandels zu unterstützen.

Persönliche Unterstützung bietet die Servicestelle DEMOGRAFIE  A K T I V von TBS und GOM. Sie ist Ansprechpartner zu allen Fragen rund um die Initiative und bietet kostenlose Erstberatung für Unternehmen zu den Angeboten der Initiative. Weitere Infos unter www.demografie-aktiv.de

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Dr. Urs Peter Ruf

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