Du steckst mitten in der Vorbereitung der nächsten Gremiensitzung, das Tagesgeschäft läuft parallel – und dann kommt noch eine umfangreiche Vorlage des Arbeitgebers dazu. Jetzt musst du schnell herausfinden, worum es geht, was für die Beschäftigten wichtig ist und welche Fragen ihr in der Sitzung stellen solltet.
KI kann dir dabei Arbeit abnehmen: Mit dem richtigen Prompt strukturiert sie die Unterlagen, bringt Kernaussagen auf den Punkt und zeigt, wo genauer hingeschaut werden sollte. Bewerten und entscheiden muss am Ende weiterhin das Gremium. Je nach KI-System haben wir zwei Prompts entwickelt.
Promptvariante 1: Inklusive Hochladen der Arbeitgeberunterlage
Hinweis: Diesen Prompt nur verwenden, wenn die KI ein vom Arbeitgeber bereitgestelltes System ist, das für betriebliche Zwecke genutzt werden kann. Hier kannst du die Arbeitgeberunterlagen ohne Bedenken hochladen.
Startprompt
Um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, gib bitte folgenden Text in deine KI ein:
„Ich bin Mitglied [des Betriebsrats / des Personalrats / der Mitarbeitendenvertretung] in [Branche, ca. Beschäftigtenzahl] und bereite die Gremiensitzung vor.
Anbei die Vorlage des Arbeitgebers zum Thema [Thema, z. B. Einführung eines neuen Dienstplansystems].
Aufgabe: Bereite die Vorlage für die Sitzung auf, maximal eine Seite, in dieser Struktur:
- Worum geht es? (max. 5 Sätze)
- Was genau soll entschieden bzw. eingeführt werden?
- Auswirkungen auf die Beschäftigten (Arbeitszeit, Belastung, Qualifizierung, Arbeitsplätze, Leistungs- und Verhaltenskontrolle)
- Offene Punkte und fehlende Informationen
- Mögliche konkrete Rückfragen an den Arbeitgeber
- Mögliche Mitbestimmungsrechte Verweise auf die Originalen Rechtstexte
Regeln: Verwende ausschließlich Informationen aus der Vorlage. Kennzeichne eigene Schlussfolgerungen deutlich. Wenn etwas nicht enthalten ist, schreibe „nicht in der Vorlage enthalten“. Schreibe sachlich, in Stichpunkten, ohne Werbesprache.“
Promptvariante 2: Prompt ohne Hochladen der Arbeitgeberunterlage
Hinweis: Diesen Prompt verwenden, wenn die KI nicht für die Verarbeitung interner Informationen freigegeben wurde. Bitte hier die Arbeitgeberunterlagen nicht hochladen.
Startprompt
„Ich bin Mitglied [des Betriebsrats / des Personalrats / der Mitarbeitendenvertretung] in [Branche, ca. Beschäftigtenzahl].
Bei uns geht es um das Thema [z. B. Einführung eines neuen Dienstplansystems]. Ich möchte mich auf die Beratung im Gremium und das Gespräch mit dem Arbeitgeber vorbereiten.
Erstelle mir dazu eine kompakte Vorbereitung mit folgender Struktur:
- Welche typischen Auswirkungen auf Beschäftigte können bei diesem Thema auftreten?
- Welche Aspekte sollte das Gremium besonders prüfen?
- Welche Informationen sollte der Arbeitgeber dem Gremium zur Verfügung stellen?
- Welche konkreten Fragen könnten wir dem Arbeitgeber stellen?
- Welche Mitbestimmungsrechte könnten betroffen sein? Verweise auf die einschlägigen Originalrechtstexte.
- Bei welchen Punkten ist eine weitergehende fachliche oder rechtliche Prüfung sinnvoll?
3. Praxistipp
Passe den Prompt deinem Bedarf an:
- Thema: Je konkreter du formulierst, desto besser. Schreibe z. B. „Einführung einer Zeiterfassungs-App“ statt „Digitalisierung“.
- Kontext: Gib Branche, Beschäftigtenzahl und Gremium an. Damit trifft die KI eine bessere Auswahl und formuliert passend für deine Praxis (sachlich, auf den Punkt).
4. Ergebnis-Check
KI kann gut strukturieren, aber auch Fehler machen. Deshalb:
- Rechtliche Angaben immer prüfen: Paragrafen und Quellen aus der KI-Antwort geben dir Anhaltspunkte für die eigene Recherche und Prüfung.
- Aussagen nicht ungeprüft übernehmen: Wenn dir das Fachwissen zur Bewertung fehlt, recherchiere weiter oder tausche dich mit Kolleg*innen aus
5. Wichtig für die Gremienpraxis
Bei KI-Systemen hast du oft nur begrenzte Kontrolle darüber, wie eingegebene Daten verarbeitet werden. Deshalb:
- Keine personenbezogenen Daten: Keine Namen, Personalnummern sowie Krankheits- oder Leistungsdaten einzelner Beschäftigter eingeben.
- Keine Geschäftsgeheimnisse oder vertraulichen Unterlagen: Lade solche Informationen nur hoch, wenn das KI-System dafür ausdrücklich freigegeben ist.
- Betriebliche Regeln prüfen: Ist das KI-System freigegeben? Gibt es dazu eine Betriebs- oder Dienstvereinbarung oder eine KI-Richtlinie?
- Im Zweifel anonymisieren: Firmennamen, Standorte und Kennzahlen durch Platzhalter ersetzen
Weiterführende Angebote der TBS
Du möchtest tiefer einsteigen oder suchst Unterstützung für die betriebliche Praxis? Diese Angebote der TBS helfen weiter:
- Projekt: KI-Kompetenz Rheinisches Revier
- Projekt: Zukunftszentrum KI NRW
- Seminarprogramm: „von Profis für Profis“
