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Ergebnisse präsentieren – aber richtig

Bei der Präsentation von gemeinsamen Ergebnissen aus Gruppenarbeiten heißt es oft einfach „Jede Gruppe stellt jetzt kurz ihre Ergebnisse vor.“ Und dem letzten Team hört schon niemand mehr zu.

Das geht auch anders. Hier stellen wir drei Methoden vor, wie ihr Ergebnisse strukturiert und spannend darstellen könnt. Die Formate lassen sich flexibel und kreativ in Workshops, Versammlungen oder Meetings und für Diskussionen und Feedbacks einsetzen.

1. Gallery Walk

Die Ergebnisse verschiedener Gruppen werden auf Plakaten oder als Ausstellungsstücke festgehalten und im Raum aufgehängt bzw. ausgestellt. Die Teilnehmenden bewegen sich frei durch den Raum, betrachten die „Ausstellung“ und hinterlassen bei Bedarf Kommentare, Ergänzungen oder Bewertungen per Post-its. Ideal ist es, 5–10 Minuten pro Station einzuplanen.

Material: Plakate, Marker, Post-ist, ggfs. Bastel- oder Baumaterial
Vorteile: Aktivierend, gut für heterogene Gruppen
Gruppengröße: 10–50

2. Marktplatz-Methode

Gruppen richten mehrere „Stände“ ein, an denen sie Ergebnisse präsentieren. Die anderen laufen frei herum, stellen Fragen und vergleichen Ergebnisse. Im Gegensatz zum Gallery Walk sind immer Personen am Stand, die präsentieren und angesprochen werden können. Ideal für große Räume. 

Material: Tische, Poster, ggf. Objekte
Vorteile: Locker, fördert Dialog
Gruppengröße: 10–100

3. Fishbowl

Eine kleine Gruppe diskutiert im Innen(stuhl)kreis über die Ergebnisse, während der Außen(stuhl)kreis zuhört. Ein Stuhl im Innenkreis bleibt frei („offener Stuhl“), so dass Zuhörende kurz mit einsteigen können, um nachzufragen, zu ergänzen oder mitzudiskutieren. Diese Methode braucht eine Moderation und ist ideal zur Reflexion komplexer Ergebnisse.

Material: Stuhlkreis
Vorteile: Strukturiert, fokussiert
Gruppengröße: 10–40

Die drei Methoden sorgen dafür, dass Ergebnispräsentationen nicht einschläfernd, sondern aktivierend, abwechslungsreich und dialogorientiert werden. Sie…

  • halten die Aufmerksamkeit hoch, weil Bewegung, Perspektivwechsel und Abwechslung entstehen.
  • entlasten Moderation und Gruppen, da die Verantwortung für die Darstellung kreativ verteilt wird.
  • fördern Beteiligung, weil Teilnehmende kommentieren, nachfragen, vergleichen oder sich direkt einbringen können.
  • machen Ergebnisse sichtbarer, greifbarer und leichter vergleichbar – ein großer Vorteil für heterogene Gruppen.
  • stärken den Austausch, da die Teilnehmenden selbst wählen können, wo sie vertiefen, nachfragen oder diskutieren wollen.
  • funktionieren in allen Formaten – Workshops, Versammlungen, Meetings und Beteiligungsprozessen.
  • unterstützen nachhaltiges Lernen, weil Ergebnisse nicht nur „vorgelesen“, sondern erlebt, visualisiert und diskutiert werden.

Kurz: Diese Methoden machen Präsentationen kürzer, klarer, dynamischer – und erhöhen die Wirkung und Verständlichkeit von Gruppenergebnissen deutlich.