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Arbeitsplätze langfristig sichern – mit dem Transformations-Innovations-Navigator

TBS-Berater Viktor Steinberger über ein neues Tool zur regionalen Beschäftigungssicherung im Zeichen der Transformation

Der IG Metall-Vorstand hat 2019 bundesweit eine Erhebung zu der Frage durchgeführt, welche Entwicklungen die Unternehmen bis zum Jahre 2030 erwarten. Auf Grundlage der Ergebnisse, die auch für andere Branchen relevant sind, lassen sich fünf Trends identifizieren:

  • Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Automatisierung und Industrie 4.0 werden die Prozesse in allen Unternehmensbereichen prägen. Corona beschleunigt die Prozesse in puncto Digitalisierung und neue Formen der Arbeitsorganisation.
  • Die sich wandelnde Weltwirtschaftsordnung (Stichwort: China) wird die Marktbedingungen und die Wertschöpfungs­ketten stärker als bisher ändern.
  • Der Klimawandel und der Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland zieht neuartige Maschinen und Infrastrukturen der Energieerzeugung nach sich.
  • Elektromotoren und möglicherweise die Wasserstoff-Technologie ersetzen die Verbrenner-Antriebe bei Kraftfahrzeugen.
  • Der demografische Wandel verringert das Arbeitskräfte-Angebot. Der schnell steigende Anteil der 50jährigen verändert zudem das Leistungsprofil: Erfahrung und komplexes Lösungswissen ersetzen sinkende körperliche Kraft, Nachtschichtrobustheit etc.

Die Veränderungen können für die Betriebe sehr unterschiedlich sein, für die Beschäftigung bringen sie Chancen und Risiken mit sich. In jedem Fall ist der Handlungsbedarf hoch. Das Betriebsverfassungsgesetz stellt im § 92a den Betriebsräten die Aufgabe, Vorschläge zur Beschäftigungssicherung und -förderung zu formulieren. Hierfür hat die TBS zusammen mit der IG Metall Köln-Leverkusen und der bsb GmbH einen „Werkzeugkasten“ einfach zu handhabender Tools entwickelt: den Transformations-Innovations-Navigator (TIN). Die Hans-Böckler-Stiftung hat dieses Projekt gefördert.

Vorteile für das Unternehmen – und die Region
Der Transformations-Innovations-Navigator zielt in zwei Richtungen:

  • Auf betrieblicher Ebene versetzt der TIN den Betriebsrat in die Lage, relevante Entwicklungen innerhalb und außerhalb des Unternehmens zu identifizieren, zu priorisieren und zur Entwicklung einer  eigenen, unternehmensindividuellen Beschäftigungsstrategie zu nutzen. Das Verfahren ist leicht umzusetzen und ermöglicht eine klare Beurteilung auch mit Hilfe von Leistungskennziffern (KPI).
  • Auf regionaler Ebene können Multiplikatoren diese Ergebnisse nutzen, um sich ein differenziertes Bild von den Entwicklungen und Potenzialen in der Region zu machen. Hierzu gehören in erster Linie die gewerkschaftlichen Geschäftsstellen bzw. Bezirke oder Kreisregionen, aber auch die Wirtschaftsförderung, die Arbeitsagenturen und Arbeitgeberverbände. Hier stehen Tools zur Verfügung, die die betrieblichen Daten für die regionale Betrachtung aufbereiten. Eine ideale Grundlage für beschäftigungspolitische Initiativen in der Region.

Das Ziel: Maximierung der tarifgebundenen Arbeitsplätze im Transformationsprozess
Der TIN zielt also auf ein gemeinsames Vorgehen betrieblich und regional engagierter Akteure. Das hat einen guten Grund: Die bis zum Jahr 2030 zu erwartenden Trends treffen betriebliche wie regionalwirtschaftliche Strukturen. Das Wissen zu vernetzen und die Kräfte zu bündeln, verspricht den größtmöglichen Erfolg. Das Ziel der betrieblichen und regionalen Akteure muss es sein, gemeinsam die Anzahl tarifgebundener Arbeitsplätze im Transformationsprozess zu maximieren. TIN bietet hierfür das professionelle Tool für die Praxis.
Tipp: Alle Tools und weitere Materialien finden Sie über eine einfache und selbsterklärende Benutzungsoberfläche auf der Internetseite: www.bsb-seite.de/TIN.html


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Viktor Steinberger

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